Was Barhuf ist und warum sich immer mehr Reiter dafür entscheiden
Barhuf — wörtlich “nackter Fuß” — ist der Ansatz, das Pferd ohne traditionellen Beschlag zu halten. Es ist kein neuer Trend: Über Tausende von Jahren hinweg haben Wildpferde gesunde Hufe auf unterschiedlichem Boden ohne jegliches menschliche Eingreifen erhalten. Die moderne Barhufbewegung geht von dieser Beobachtung aus, um die Hufpflege von Hauspferden neu zu durchdenken.
Zu den anerkannten Vorteilen gehören eine bessere Propriozeption (das Pferd “fühlt” den Boden), eine natürlichere Gewichtsverteilung, die Anregung der digitalen Durchblutung durch die physiologische Ausdehnung und Zusammenziehung des Hufs sowie der Wegfall der mit Nägeln verbundenen Risiken (Durchstiche, Beschlagabszesse). Der Hauptnachteil besteht darin, dass es einen aktiveren und beständigeren Pflegeaufwand erfordert.
Die Umstellung: die drei Phasen
Der Wechsel vom beschlagenen zum barhufigen Pferd ist kein sofortiger Prozess. Der Huf eines Pferdes, das jahrelang Eisen getragen hat, hat eine an diese äußere Stütze angepasste Struktur: Die Wand ist oft dünner, die Sohle konkav, die digitale Muskulatur weniger entwickelt. Die Umstellung erfordert Zeit und Begleitung.
- Phase 1 — Strukturelle Anpassung (0–3 Monate): nach der Entfernung des Eisens beginnt der Huf, die Last umzuverteilen. Eine Phase der Empfindlichkeit ist normal, besonders auf hartem Boden. Reduzieren Sie die Arbeit auf abrasiven Untergründen, erhöhen Sie die Zeit auf Gras oder weichem Sand. Der Barhuf-Hufschmied bearbeitet die Hufe alle 4–6 Wochen.
- Phase 2 — Stärkung (3–6 Monate): die Hufwand wird dichter, die Sohle verdickt sich, der Strahl entwickelt sich. Das Pferd beginnt, sich auf mehr Bodenarten sicherer zu bewegen. Sie können die Arbeit schrittweise steigern, vermeiden aber weiterhin groben Kies und nassen Asphalt über längere Zeiträume.
- Phase 3 — Erhaltung (über 6 Monate): der ausgereifte Barhuf ist oft robuster als ein beschlagener. Die Routine geht in eine stabile Erhaltungsphase über, mit regelmäßiger Bearbeitung und beständiger Produktpflege.
Ernährung und Mineralstoffergänzung
Der Huf besteht hauptsächlich aus Keratin, und Keratin besteht aus Proteinen und Mineralien. Ein Barhufpferd mit einer Ernährung, die arm an Kieselsäure, Schwefel, Zink, Biotin und Kupfer ist, produziert eine brüchige Hufwand, unabhängig von der äußeren Pflege. Die Ernährung ist das Fundament, auf dem alles andere aufbaut.
Die Kernpunkte der Ernährung für Barhuf:
- Analysiertes Heu: kennen Sie die Zusammensetzung Ihres Heus. Viele italienische Heusorten sind mineralstoffarm. Die Ergänzung muss die spezifischen Mängel ausgleichen.
- Mineralien in bioverfügbarer Form: organische Chelate werden besser aufgenommen als anorganische Salze. Zink, Kupfer und Mangan sind entscheidend für die Keratinqualität.
- Biotin: das Vitamin B7 ist für die Keratinproduktion unerlässlich. 20–30 mg/Tag ist die wirksame Dosis für ein erwachsenes Pferd in der Umstellung.
- Niedrige Zucker: Weiden, die reich an Fruktose sind, können bei prädisponierten Tieren den Hufstoffwechsel beeinträchtigen. Achten Sie im Frühling auf das Weidemanagement.
Die richtigen Produkte für den natürlichen Huf
Der Barhuf muss nicht imprägniert oder künstlich gehärtet werden: Er muss genährt werden. ArgiShine liefert mit seiner Basis aus Nocera-Umbra-Ton Kieselsäure, Kalzium und Schwefel direkt an den Kronrand und das Kronband — den Bereich, in dem neues Keratin gebildet wird.
Die regelmäßige Anwendung von ArgiShine auf dem Kronrand (alle 48 Stunden in trockenen Phasen, alle 3–4 Tage unter normalen Bedingungen) unterstützt die Bildung einer kompakteren und besser befeuchteten Hufwand. Es bildet keine künstlichen Barrieren, die die natürliche Atmung des Hufs verhindern, sondern arbeitet im Einklang mit der Physiologie des Fußes.
ArgiStrong, nach der Arbeit auf die Gliedmaßen aufgetragen, vervollständigt die Pflege: Es unterstützt die Sehnen und Bänder, die beim Barhufpferd auf natürlichere, aber auch direktere Weise mit dem Boden arbeiten.
Bodenmanagement und Rotation
Der Boden ist das wichtigste Werkzeug beim Barhuf. Die Vielfalt der Untergründe ist grundlegend, um die Entwicklung aller Strukturen des Fußes zu stimulieren:
- Weicher Rasen: ideal für Ruhe und Entlastung. Aber ausschließlich genutzt, stimuliert er die Verhärtung der Sohle nicht ausreichend.
- Fester Sand: hervorragend für das tägliche Training. Er absorbiert die Stöße und stimuliert den Strahl ohne übermäßigen Abrieb.
- Kalibrierter Kies (1–3 cm): hervorragend, um die Empfindlichkeit und die Selbsthärtung der Sohle zu stimulieren. Er muss schrittweise eingeführt werden.
- Paddock Paradise: das System schmaler Wege, das das Pferd zwingt, ständig zu gehen, ist eines der wirksamsten Mittel, um einen gesunden Barhuf zu entwickeln.
Saisonale Hinweise für den Barhuf
Frühling-Sommer: Trockenheit kann die Hufwand reißen lassen. Erhöhen Sie die Häufigkeit von ArgiShine und überwachen Sie die weiße Linie. Achten Sie bei empfindlichen Tieren auf die zuckerreichen Frühlingsweiden.
Herbst-Winter: nasser Boden kann die Sohle aufweichen. Längere Phasen auf schlammigen Weiden sind nicht ideal. Bieten Sie Zugang zu drainierten Untergründen. Schlamm ist im Winter der Hauptfeind des Barhufs.
“Ich habe meinem KWPN vor drei Jahren die Eisen abgenommen. Die ersten beiden Monate waren schwierig, aber dann entwickelte er Hufe, die ich nie für möglich gehalten hätte. Jetzt startet er ohne Eisen und ohne Probleme.” — Lorenzo B., Amateur-Dressurreiter