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Hufe12. August 2026 · 8 Min. Lesezeit

Strahlfäule beim Pferd: erkennen und richtig handeln

Dieser unverwechselbare Geruch beim Hufeauskratzen, ein Hufkratzer, der schwarz wieder herauskommt: Strahlfäule ist das häufigste Hufproblem im Stall — und sie beginnt fast immer dort, wo das Pferd die Nacht verbringt. So erkennen Sie sie früh und handeln richtig.

Was Strahlfäule ist

Strahlfäule ist eine bakterielle Infektion des Hufstrahls, der elastischen V-förmigen Struktur in der Mitte der Sohle. Die beteiligten Bakterien sind anaerob: Sie gedeihen dort, wo kein Sauerstoff hinkommt — in den tiefen Strahlfurchen eines Hufs, der in feuchter, schmutziger Umgebung steht.

Das Hornmaterial des Strahls zersetzt sich nach und nach, die Furchen werden tiefer und füllen sich mit schwärzlichem Material. Das Problem ist häufig und in den meisten Fällen beherrschbar — vernachlässigt kann es jedoch in die Tiefe gehen und schmerzhaft werden.

Woran man sie erkennt: die vier Anzeichen

  • Der Geruch: streng, süßlich und faulig. Das früheste und zuverlässigste Anzeichen — wer ihn einmal gerochen hat, erkennt ihn immer wieder.
  • Schwarzes Sekret: dunkles, feuchtes, klebriges Material, das mit dem Hufkratzer aus den Furchen kommt.
  • Tiefe Strahlfurchen: Die Rillen neben dem Strahl werden tiefer; der Hufkratzer dringt dort ein, wo vorher festes Gewebe war.
  • Zerfallender Strahl: Das Horn verliert Festigkeit, franst aus und löst sich in weichen Fetzen.
Wann der Tierarzt nötig istLahmheit, Blutung beim Auskratzen, Schmerzreaktion auf Druck am Strahl, Schwellung am Kronrand oder Furchen, die in Richtung empfindliches Gewebe reichen: Hier wird nicht abgewartet. Tiefe Strahlfäule kann die Lederhaut erreichen und gehört in die Hände von Tierarzt und Hufschmied.

Warum sie entsteht: fast immer die Umgebung

Strahlfäule ist kein Zufall, sondern die Folge klarer Bedingungen — und fast alle liegen außerhalb des Hufs.

  • Schmutzige oder nasse Einstreu: Urin und Kot schaffen genau das feuchte, sauerstoffarme Milieu, in dem anaerobe Bakterien gedeihen. Ursache Nummer eins.
  • Selten ausgekratzte Hufe: Ohne tägliches Auskratzen bleiben Erde und organisches Material tagelang in den Furchen verdichtet.
  • Zu wenig Bewegung: Der Huf “pumpt” beim Gehen. Ein Pferd, das in der Box steht, hat eine geringere Durchblutung des Hufs und einen weniger stimulierten Strahl.
  • Matschige Paddocks, besonders in regenreichen Zeiten und bei Tauwetter.
  • Stellung und Beschlag: Zwanghufe und enge Strahlfurchen halten mehr Material zurück; manche Beschläge verringern den Bodenkontakt des Strahls.
Kein Produkt kommt gegen nasse Einstreu an: Die erste Behandlung der Strahlfäule erfolgt mit der Mistgabel, nicht mit dem Eimer.

Was zu tun ist, Schritt für Schritt

  • 1. Die Umgebung in Ordnung bringen: täglich trockene, saubere Einstreu, wo möglich Drainage im Paddock. Ohne diesen Schritt bleibt alles andere vorübergehend.
  • 2. Den Huf täglich gründlich auskratzen: Hufkratzer in alle Furchen, Bürste für den Rest. Es braucht Konsequenz, nicht Kraft.
  • 3. Den Huf vom Hufschmied beurteilen lassen: Zersetztes Horn muss abgetragen werden, damit Luft an die Furchen kommt. Das ist seine Arbeit, nicht die eigene mit dem Messer.
  • 4. Trocken und geschützt halten: Nach dem Auskratzen braucht es etwas, das Restfeuchte aufnimmt und die erneute Verschmutzung bis zum nächsten Mal begrenzt.
  • 5. Das Pferd bewegen: Bewegung auf trockenem Boden fördert die Durchblutung des Hufs und hilft dem Strahl, wieder fest zu werden.

Die Rolle der Tonerde am Huf

Am Strahl gilt dieselbe Logik wie bei Druckstellen: nicht abdecken, sondern trocknen und sauber halten. Tonerde nimmt überschüssige Feuchtigkeit und Sekret auf und hält die Umgebung des Strahls zwischen zwei Reinigungen trockener — genau der Zustand, den anaerobe Bakterien nicht vertragen.

Fettone Plus ist die dafür entwickelte Miraclay-Anwendung: eine Tonpackung mit absorbierender und natürlich antibakterieller Wirkung, deren plastische Konsistenz sie auch als Füllmaterial unter Sohlen oder mit therapeutischen Beschlägen geeignet macht. Sie wird in Zyklen angewendet, nach dem Auskratzen des Hufs.

Für die tägliche Pflege des Hufs — barhuf oder beschlagen — verbindet Cavalli Scalzi Tonerde, pflanzliche Aktivkohle und pflanzlichen Teer, um Horn und Sohle zu stärken und den natürlichen Schutz des Hufs zu unterstützen.

Vorbeugen statt NotfallDer beste Zeitpunkt, sich um den Strahl zu kümmern, ist nicht der, an dem man ihn riecht: Es sind die Regenwochen, in denen die Einstreu kaum trocknet und die Paddocks zu Matsch werden. Dort entscheidet sich, ob Sie im Januar ein Problem haben.

Häufige Fragen zur Strahlfäule

Wie lange dauert es, bis sie ausgeheilt ist?
Ein oberflächlicher Fall bessert sich innerhalb von 1-2 Wochen bei trockener Umgebung und täglicher Reinigung. Der vollständige Wiederaufbau des Strahlhorns dauert allerdings Monate, weil das Gewebe langsam nachwächst: Der Geruch verschwindet lange vor der normalen Form.
Darf das Pferd mit Strahlfäule gearbeitet werden?
In oberflächlichen Fällen ja, und Bewegung hilft sogar. Bei Lahmheit, Schmerz auf Druck oder Blutung beim Auskratzen muss die Arbeit ausgesetzt und tierärztlich beurteilt werden.
Ist sie zwischen Pferden ansteckend?
Nicht im klassischen Sinn: Die beteiligten Bakterien sind im Stallmilieu allgegenwärtig. Sind mehrere Pferde gleichzeitig betroffen, liegt es nicht an Ansteckung, sondern an den gemeinsamen Bedingungen — Einstreu, Drainage, Hufmanagement.
Warum kommt sie beim selben Pferd immer wieder?
Meist aus zwei Gründen: eine Hufform, die mehr Material festhält (Zwanghufe, enge Furchen), oder eine weniger regelmäßige Pflegeroutine als gedacht. Im ersten Fall wird gemeinsam mit dem Hufschmied an der Form des Hufs gearbeitet.
Besser aggressive oder milde Produkte?
Sehr aggressive Desinfektionsmittel schädigen auch gesundes Hornmaterial und können den Wiederaufbau des Strahls verzögern. Auf Dauer trägt der Ansatz aus täglicher mechanischer Reinigung, trockener Umgebung und einem absorbierenden Produkt, das das Horn nicht angreift.

Kurz gesagt: Strahlfäule bekämpft man mit Management, bevor Produkte ins Spiel kommen. Trockene Einstreu, täglich ausgekratzte Hufe, ein regelmäßiger Hufschmied und eine absorbierende Tonerde zwischen den Reinigungen lösen die große Mehrheit der Fälle — und sobald Lahmheit oder Schmerz auftreten, steht der Anruf beim Tierarzt vor allem anderen.

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